F.E.A.R. 2 - Project Origin
Vor dreieinhalb Jahren brachte das Entwicklerstudio Monolith Productions den Gruselshooter "First Encounter Assault Recon" oder kurz "F.E.A.R." heraus. Dieser hatte unzählige Notdiensteinsätze zur Folge, da Alma, das gruselige kleine Mädchen aus dem Spiel, dutzende Spieler vom Stuhl riss. Leider nicht nur vor Begeisterung, sondern ebenfalls durch diverse Herzattacken. Diese wurden durch die sehr gut und reichlich platzierten Schock-Szenarien langsam, aber sicher, ausgelöst. Nachdem sich die meisten Freunde des ersten Teils nun wieder allmählich von ihrem Anfall erholt haben und durch viel Training auch wieder halbwegs im Stande sind, einen Computer zu bedienen, so können sie sich gleich wieder ins Getümmel schmeißen. Denn seit dem 13.02.2009 ist "F.E.A.R. 2 - Project Origin" draußen. Doch ob auch der zweite Teil wieder begeistern kann und unzählige Spielfreunde auf die Bretter schickt, bleibt abzuwarten. Um potenziell gefährdeten Spielern aber die Gewissheit zu geben, wird es nun ausführlich auf gruseligen Inhalt getestet.
STORY:
Um die Geschichte von "F.E.A.R. 2" verfolgen und verstehen zu können, ist es nicht zwingend nötig den ersten Teil samt den zwei darauffolgenden Addons zu kennen. Natürlich ist es nie verkehrt zu wissen, was zuvor geschah. Daher ein kleiner Überblick! Eine Spezialeinheit von F.E.A.R. jagt im ersten Teil einen telepathisch begabten Psychopathen namens Paxton Fettel. Dieser ist im Stande per Gedankenübertragung sogenannte Replikasoldaten zu befehligen. Diese Soldaten sind spezielle Klone, welche über einen schwachen eigenen Willen verfügen, jedoch einen überragenden Kampftrieb und eine extreme körperliche Leistungsgrenze besitzen. Gezüchtet und erforscht wurden sie von der Armacham Technology Corporation, einem Hersteller von Militärausrüstung. Auch Paxton Fettel trug den Stempel der Armacham Technology Corporation. Er war ein Prototyp aus dem Projekt Origin, einem Konzept zur Züchtung von telepathischen Kommandanten, welche in der Lage sind, die Replikasoldaten zu kontrollieren. Dummerweise war er aus der Sicherheitsanlage der Armacham-Zentrale ausgebrochen und versuchte nun seine Mutter zu finden. Später stellte sich heraus, dass tatsächlich das kleine gruselige Mädchen im roten Kleid die Mutter ist und bei ihr als erstes enorme übernatürliche Kräfte nachgewiesen wurden und sie damit der Ausgangspunkt für sämtliche Experimente wurde. Nun rächt sie sich auf grausame Art und Weise an ihren Peinigern der Armacham Technology Corporation. Natürlich macht das kleine Biest auch nicht vor dem Spieler halt, da er ebenfalls eine Verbindung zu ihr hat.
"F.E.A.R. 2 - Project Origin" startet kurz vor dem Ende des ersten Teils. Allerdings spielt man einen anderen Helden namens Michael Becket und gehört zur Delta Force Einheit, welche den Auftrag hat, die Präsidentin der Armacham Technology Corporation zu finden und festzunehmen. Leider kommt es nicht soweit, denn sobald man die gute Dame trifft, hält sie einen mit langwierigem Geschwafel davon ab, sie in Handschellen abzuführen. Sie erzählt, dass nur Becket und sein Team in der Lage wären, Alma aufzuhalten. Nachdem man mitbekommt, dass der Monolog kein Ende findet, entscheidet man sich innerlich schon dafür, sie einfach über den Haufen zu schießen und seinem Vorgesetzen zu erzählen, sie sei geflohen und hätte das Feuer eröffnet. Doch bevor man seine neue Priorität erfüllen kann, erschüttert eine schwere Explosion die gesamte Umgebung. Diese Detonation hat man in der Endsequenz von "F.E.A.R." gesehen. Glück für die Labertasche, Pech für uns, denn wir werden von der Druckwelle erwischt und verlieren das Bewusstsein. Der Spieler wacht erst auf dem Operationstisch wieder auf und sieht, wie ein Arzt krampfhaft um das Leben von Becket kämpft und nebenbei auf Anweisungen hört, welche von der redebedürftigen Präsidentin kommen. Auf diese Weise wird man mit den bereits bekannten Bullet-Time-Fähigkeiten ausgerüstet und steht fortan unfreiwillig in engem Kontakt zu Alma. Nun hat man die Aufgabe sie zu jagen und unschädlich zu machen. Dabei stolpert man durch die apokalyptisch aussehende Stadt und diverse Gebäude, welche den Charme vom ersten Teil versprühen. Über triste Textnachrichten bekommt man auch ab und an etwas zu dem Projekt der Armacham Technology Corporation heraus und erfährt einiges über sich und seine Teamkollegen. Das war auch schon mal besser gelungen und zwar in sämtlichen Teilen vorher. In diesen gab es wenigstens noch Sprachnachrichten auf Anrufbeantwortern. Eine Mischung aus Text- und Sprachnachrichten wäre hier wünschenswert gewesen.
GAMEPLAY, GRAFIK, SOUND:
"F.E.A.R. 2 - Project Origin" spielt sich sehr stark wie sein Vorgänger und das ist auch schön so. Denn bereits "F.E.A.R." konnte mit einem tollen Gameplay punkten. Das Spiel wirkt übersichtlich und läuft sehr linear ab. Dies stört aber nicht weiter und ermöglicht sogleich, dass man sich mehr und mehr auf die Kampfszenen konzentrieren kann. Diese dürften nun noch etwas interessanter werden, da das Waffenarsenal um ein paar Waffen reicher geworden ist und die bereits bekannten Knarren ein Facelift erhalten haben. Doch obwohl ein Scharfschützengewehr, ein Flammenwerfer und sogar ein kleiner militärischer Kampfroboter, in dem man Platz nehmen kann und mit unbegrenzter Munition alles pulverisieren darf, was einem in den Weg kommt, viel Spaß versprechen, so wirken die Kämpfe eine ganze Spur lauer als im ersten Teil. Dies liegt hauptsächlich an der veränderten zerstörbaren Umgebung. Denn konnte man früher noch faustgroße Einschusslöcher in den Wänden hinterlassen und den Putz von der Decke schießen, sodass er nebelartig auf den Boden rieselte, so wirkt es jetzt zu realistisch. Die Einschusslöcher sind sehr klein und der Putz verursacht beim Protagonisten auch keine Staublunge mehr. Allgemein kann man durch Dauerfeuer weniger Chaos anrichten, als man dies noch im ersten Teil konnte und das nimmt dem Spiel ein wenig die Action. Dennoch bieten die Gegner genügend Aufregung und Unterhaltung. Ein neu integrierter Feind kann sogar bereits besiegte Gegner wieder zum Leben erwecken und sie als Untote umher scheuchen. Die KI ist wieder nicht von schlechten Eltern, Feinde suchen Deckung und versuchen den Spieler zu umkreisen. Allerdings stellen sie ab und zu auch einfaches Kanonenfutter dar, da sie teilweise blindlinks in die Waffe von Becket laufen. So gibt es über dass gesamte Spiel Stärke- und Schwächephasen der Gegner.
Die Grafik macht einen sehr soliden Eindruck. Gerade Effekte und die später eintretende apokalyptisch wirkende Umgebung werden nahezu perfekt dargestellt. Licht- und Schattenspiele sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Reihe "F.E.A.R." und kommen auch im neuen Teil ausgiebig vor. Leider wird damit so permanent umgegangen, sodass es einen auf gruselige Momente schon quasi wie ein Frühwarnsystem hinweist. Damit werden natürlich viele Schocker verspielt. Allgemein steckt im Spiel eine Menge ungenutztes Gruselpotenzial.
Auch der Sound macht jedes Mal deutlich, wenn es schaurig wird. Aber auch hier wird nicht der Schock damit unterstrichen und verstärkt, sondern es wird freundlich darauf hingewiesen, dass da irgendwas im Busch ist. Dennoch ist der Surround-Sound sehr schön gelungen und betont das Spiel auf eine ansprechende Art und Weise.
MULTIPLAYER:
Der Mehrspielermodus ist bei "F.E.A.R. 2" wieder im Paket inklusive. Server erreicht man genug und es läuft alles ohne Probleme flüssig und stabil. Natürlich hat der Entwickler Monolith hier das Rad nicht neu erfunden, sondern sich an bereits bekannten Mehrspielervarianten wie Deathmatch und Team-Deathmatch bedient. Die zur Auswahl stehenden Karten sind alle nicht mit den abwechslungsreichen Szenarien des Einzelspielermodus zu vergleichen, sie wirken diesbezüglich trist und sporadisch ausgestattet. Dennoch sollten die verschiedenen Karten und Spielmodi für ein wenig Abwechslung sorgen können, auch wenn diese nicht von all zu langer Dauer sein wird.
ZENSUR:
Bei einem Gruselshooter wie "F.E.A.R. 2 - Project Origin" muss einfach ein USk-18 Vermerk auf die Verpackung.
Selbst die deutsche Variante des Spiels zeigt noch so großzügig Blut und Gewalt, dass man bei komplettem Verzicht auf diese Komponenten höchstwahrscheinlich immer in einem weißen Nirgendwo rumirren würde. Allerdings kann man in der deutschen Version den Gegnern keine Gliedmaßen abschießen. Komisch ist es auch, dass sich dort die Gegner gerne mal hinhocken, anstatt tot umzufallen.
FAZIT:
Es steht fest, "F.E.A.R. 2 - Project Origin" ist definitiv kein permanenter Herzattackenauslöser. Natürlich hat die Spieleschmiede Monolith versucht, wieder einen Gruselshooter a` la "F.E.A.R." auf den Markt zu schmeißen. Das hat allerdings nur bedingt geklappt. Der Plan mit mehr Blut und Gewalt zu schocken, ist nicht wirklich aufgegangen. Man hofft des O¨fteren auf einen richtigen Schocker, leider wird dieser innere Wunsch des Spielers zu selten erfüllt. Auch wenn das Zeug zum richtigen Gruselshooter fehlt, so sind alle Faktoren für einen klasse Ego-Shooter gegeben und werden auch ausgezeichnet genutzt. Die gute KI, die brillante Steuerung und die abwechslungsreichen Waffen und Szenarien verpassen dem Spiel einfach einen tollen Gesamteindruck. Wer also keine übermäßig spannend erzählte Story braucht und auch auf extreme Angstzustände verzichten kann, der sollte zu diesem Spiel greifen, ganz einfach um ein wenig Dampf abzulassen.
KOPIERSCHUTZ:
Wie bei sehr vielen neueren Spielen schon bekannt, so muss man auch bei "F.E.A.R. 2 - Project Origin" eine Internetverbindung haben, um das Spiel per Seriennummer authentifizieren und daraufhin installieren zu können. Angenehm ist es, dass es nicht über SecuROM läuft, sondern über das bekannte Programm Steam. Einfach ein Steam-Konto erstellen und über diesen das Spiel registrieren. Dann kann man auch über den Steam-Offline-Modus das Spiel genießen.
Alma ist wieder da, doch nur am Anfang des Spiels ist sie noch klein und läuft vor einem weg
In der Armacham-Zentrale sucht man nach der Präsidentin, doch findet vorerst nur Leichen von Angestellten
Nach der Explosion verwandelt sich die Stadt in einen apokalyptischen Trümmerhaufen
Die Explosionen wirken nicht immer so schön wie hier
Auch in der deutschen Version ist literweise Blut an den Wänden und auf dem Boden zu sehen
Allerdings kann man keine Gliedmaßen dem Gegner abschießen oder ihm die Wirbelsäule freilegen
Ab und zu greift einen die große Alma an und man muss blitzschnell reagieren um sie loszuwerden
Frau am Steuer, Ungeheuer
Wenn man keine Lampe zur Hand hat, dann können auch diese glühenden Gesellen Abhilfe schaffen
Eine sehr starke Waffe hat den Weg ins Spiel gefunden, das Scharfschützengewehr
Auch dieser Kampfroboter ist eine neue Alternative, um Feinde zu einem feinen Mus zu verarbeiten
Man muss im Spiel sogar nochmal die Schulbank drücken
Explosionen im Wasser sind ein starkes Sprudelbad
Zum Ende hin spitzt sich die Lage mehr und mehr zu und es passieren immer häufiger seltsame Ereignisse
fezz
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